Road to the Route du Rhum 2018

Verspätete deutsche Version des UK Fastnets

Schon vor der Regatte der Wetterberich versprach eine anspruchsvolle Regatte mit vielen Wind-Transitionen und 30h mit 25-35kn amwind in den ersten zwei Tagen. Das ist vielleicht der Preis den wir bezahlen mussten für die 110nm Vorwind in der letzten Regatte.
Als die Regatte Sonntags startete mit einem kleinen inshore race welches etwas hecktisch in einer kompackten Flotte war. Eine etwas zu knapp genommene Layline brachte uns etwas in schwierigkeiten und wir musten einen 360er machen weil wir die Lufmarke berührt haben.
In der Leadergruppe waren wir unterwgs zur ersten Bahnmarke Eddystone Rock. Als wir an der Englischen Küste richtung Westen aufkreuzten frischte der Wind kontinuierlich etwas auf, wir wussten alle das wir 30h mit viel viel Nass und hartem amwind segeln vor uns haben, begleitet von einer kurzen hohen Welle wie sie im Englischen Kanal typisch ist. Unser erster Fehler auf diesem Amwind war, dass wir die rechte Seite im Bezug auf die Flotte nicht verteidigten und uns während der Passage der Scilly Islands auf der linken Seite der direkten Verfolger befanden mit einem angekündigten Rechtsdreher. Dies kostete uns einige Plätze. Kürtz darauf kam die Front und die Waschmaschine startete, 25, 27, 28, 30 mit böen in den hohen dreissigern, auch die Welle wurde noch etwas steiler und grösser. Mit 2 Reffs im Gross und 2 Reffs im Solent fanden wir eine gute Geschwindigkeit mit einem guten Kompromiss zwischen Höhe und Speed, wodurch wir wieder ein zwei plätze zurückgewinnen konnten. Es war sehr nasse Segelei, und Nils tauschte sein nicht ganz Wasserdichtes Ölzeug gegen den Überlebensanzug nach den ersten paar stunden in der Front.

Am Dienstag beruhigte sich die Sache dann etwas, doch wir schenkten der nächsten Transitionszone nicht genug Aufmerksamkeit und erwischten nur gerade so ein Wetterbericht über Funk, den wir offensichtlich missverstanden haben. Wir erwarteten einen Dreher auf Süd West also nach links, als boot am weitesten links der Flotte der Wind begann dann aber rechts zu drehen, wir bezahlten teuer und verlohren einige Meilen auf die Leader. Am nächsten Tag rundeten wir den Fastnetrock bei Tageslicht, zu unserer Erleichterung hatten die Leaderboote in der Flaute hinter dem Fastnet etwas abgebremst und wir konnten den anschluss wieder herstellen, was sehr gut war für die Moral an Bord. Den ganzen weg der Irischen Küste hoch segelten wir in sichtweite mit Loic und Thierry einem anderen schweizer Mini und Ian auf Kalonig mit welchem ich mich schon während der Pornichet Select duellierte. Wir verloren etwas Distanz auf dem Vorwind auf die beiden Pogo2s mit uns.
Angekommen an der nördlichsten Bahnmarke Cunningbeg gieng es wieder mal auf einen Amwindschlag! In diesem mittleren Winden schafften wir es die verlorene Distanz vom Vorwind auf 697 und 539 wieder aufzuhohlen, einige Stunden später waren wir Seite an Seite mit den Beiden. Der Wind frischte auf und drehte etwas, so dass wir schon fast den Gennacker setzen konnten, zwei Versuche einer unsererseits und einer von Ian zeigten aber dass der Winkel noch ein wenig zu hoch war für den Gennacker. Etwas später endlich unter Gennacker mit sehr viel druck im Schiff gieng es ziemlich schnell richtung Landsend. Das Gross war gröstenteils voll ausgefiehrt und erinnerte mehr aneinen Fahnen als an ein Segel, denn der Winkel war immer noch sehr hoch für den Gennacker. All unser Material war in den hintersten ecken im luf des Schiffes gepackt. Die ganze Sache wurde noch ein wenig anspruchsvoller als wir uns Landsend näherten, denn die direkte Route führte uns zwischen Landend und einigen Felsen durch dies Nachts bei nicht alzu guter Sicht und 12-13kn Bootsspeed. In diesem Momennt konnten wir uns nur vollständig auf unsere GPS-Wegpunkte verlassen, denn es gab keine möglichkeit bei diesen bedinungen eine Karte zum Navigieren raus zu hohlen!

Nach der Passage von Lands End sahen wir zum ersten mal seit einigen Tagen Teamwork 824 das führende Boot der Serienflotte aud dem AIS, sie waren 3nm vor uns. Wir diskutierten viel und versuchten die verschiedenen Optionen für das letzte Stück bis zum Ziel abzuwägen. In der gleichen Zeit einmal mehr mussten wir uns gegen 25 – 30kn Wind gegenan kämpfen! Wieder mal komplett durchgenässt machten wir einen ersten Schlag an die Küste um eine bessere Strömung zu erwischen. Mit einem Wetterbericht der einen kompletten Windwechsel vorhersagte gieng es wider los mit den rauchenden köpfen um die richtige Taktik zu finden. Nach dem wir mit 697 über Funk gesprochen hatten,erahnten wir, dass wir uns eher nördlich der Flotte befanden. Wir begannen einen langen schlag hinaus in den Kanal. Mit 35nm bis Plymouth befanden wir uns etwa 15 – 20 Grad unter der Layline von Plymouth weit draussen im Kanal entschieden wir uns wieder zurück zu Wenden und uns wieder der Küste zu nähern, wie erwartet drehte der Wind danach rechts, doch viel stärker und schneller als wir erwarteten, wir waren sehr besorgt, dass wir zu weit hinaus gesegelt sind und uns jetzt weit über der Layline befinden würden. Der Wind wurde immer schwächer und wir waren in der zwischenzeit bereits mit dem Gennacker unterwegs. Etwas später standen wir still mit schlagenden Segeln und keinem hauch von Wind in sicht, ein moment an dem wir etwas schwitzten und uns fragten ob die ganze Flotte diese Flaute hatte oder ob nur wir weit draussen im Kanal geparkt hatten. Endlich begann sich ein Wind von Süd West zu etablieren wir waren bald unter grossem Spi unterwegs mit Kurs direkt auf Plymouth genau auf der Layline!
Nach dem wir Eddystone passierten, immer noch im Unklaren was der Rest der Flotte für Wind hatte in den letzten Stunden, erschien Temwork wieder auf dem AIS näher an der Küste doch ein Stück zurück. Wir konnten den Wellenbrecher vor Plymouth passieren ohne einmal zu halsen!
Wir passierten die Ziellinie als erstes Serienboot vor dem Royal Western Yacht Club mit einem Vorsprung von 17min auf Teamwork nach einem langen und anstrengenden Regatte.
Wir wurden empfangen mit einem Teller Lasagne und einem Pint
Super zufrieden wie es gelaufen ist und ich denke wir haben beide viel gelernt auf den letzten 560nm.
Vielen Dank an Nils das er sich die Zeit genommen hat die letzten zwei Regatten mit mir zu segeln. Ich hoffe ich sehe ihn bald mit seinem eigenen Mini in Frankreich.

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